Menschen mit den IPCC-Berichten zu konfrontieren, ihre Reaktionen und Emotionen festzuhalten und in einer Videoinstallation erlebbar zu machen - das ist die Idee hinter Tracing IPCC.


 

IPCC? hääähh?!?!

Hast du die IPCC-Berichte gelesen?

Wir bis vor kurzem auch nicht. Und dies obwohl sie in der allgemeinen Debatte über den Klimawandel entscheidend sind. Die Berichte der UNO-Organisation IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) fassen die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft zusammen und bieten so einen Überblick über die weltweite Situation unserer Zukunft. 

 

Die Texte sind in einer sehr trockenen, sachlichen Sprache verfasst. Doch der Inhalt ist äusserst konfrontativ. Dies hat bei uns beim Lesen eine starke Reaktion ausgelöst. Diese Reaktion wollen wir nun bei einer breiteren Gruppe von Menschen beobachten und dokumentieren. Was wird ausgelöst? Emotionen. Fragen. Oder auch einfach nur Stille - sei es durch Sprachlosigkeit oder Unvermögen, vielleicht sogar Unwillen, sich die beschriebenen Szenarien auszumalen. Diese Auseinandersetzung wollen wir zu Tage bringen und festhalten. Über eine Videoinstallation werden diese Erfahrungen zusammengeführt und erlebbar gemacht. Die individuelle Lesart bleibt, aber sie wird in einen gesellschaftlichen Kontext eingebettet.

 

Warum?

Wir interessieren uns für den Moment des Lesens, des Verarbeitens, des (Un-)Verstehens. Der IPCC-Bericht ist von zentraler Wichtigkeit, wird jedoch oft nur in wissenschaftlichen Kreisen rezipiert. Mit TRACING IPCC wollen wir ein Stück beitragen, Brücken zu bauen und die Berichte einer breiteren Allgemeinheit zugänglich zu machen. Dabei wollen wir auch erkunden, welche Widersprüche und Schwierigkeiten sich bei dieser Übersetzungsarbeit zwischen abstrakten Szenarien und emotionaler Reaktion auf individueller Ebene ergeben.

 

Welche Tradition?

Die beobachtende Perspektive unserer Arbeit könnte als Direct Cinema betrachtet werden. Durch das gleichbleibende und in diesem Sinne inszenierte Setting und das Bewusstsein der Protagonist*innen über die Beobachtungssituation ergibt sich aber auch ein performativ geprägtes Element.

Die beobachteten Personen reagieren unmittelbar auf die Materie, nehmen in ihrer Rolle als Mittler*innen zwischen Materie und Publikum aber auch eine redigierende Position ein. Deshalb sprechen wir von re(d)action performances.